Neulich im Wohnzimmer: “So, ich hänge Ihnen jetzt das Getränk an”
Kopfschütteln
“Warum nicht?”
Augenbrauenhochziehen
“Wollen Sie nichts trinken?” (1)
Kopfschütteln
“Also wollen Sie was trinken?” (2)
Zustimmung
“Dann hänge ich das jetzt dran!”
Kopfschütteln
“Also wollen Sie doch nichts trinken?” (3)
Kopfschütteln
“Das ist Kaffee mit dem Resource, wie Sie es wollten. Soll ich das jetzt wegschütten?”
Kopfschütteln
“Also wollen Sie das jetzt trinken?” (4)
Zustimmung
“Dann hänge ich das jetzt dran!”
Kopfschütteln
“Ja was jetzt? Ist das zu warm?”
Kopfschütteln
“Aber Sie wollen das trinken?” (5)
Zustimmung
“Was stimmt denn dann nicht?”
Augenbrauenhochziehen, Kopfbewegung Richtung Schlauch
“Ja, die Flasche meine ich, da ist Kaffee drin!”
Ach!
“Also wollen Sie den jetzt trinken?” (6)
Zustimmung
“Dann hänge ich den jetzt dran.”
Kopfschütteln
“Also jetzt weiß ich nicht weiter.”
Eine ganz leicht genervte Stimme vom Sofa: “Schauen Sie sich doch mal das System an, das ist nicht entlüftet. Soll die ganze Luft in den Bauch?”
“Ach so, ja.”
Kopfschütteln und Augenrollen
[......]
Willst Du auch lustige Geschichten über Dich lesen, dann bewirb Dich bei mir als Pflegekraft in Voll- oder Teilzeit. Mein Team braucht noch Verstärkung (Kein Scherz!)
Letzte Woche gab es beim Aldi ein Android-Tablet von Medion. Da ich vor geraumer Zeit schon einmal mit einem Billig-Tablet aus China relativ erfolgreich experimentiert hatte, schickte ich kurzerhand Sandra los mir so ein Medion-Teil zu besorgen. Da ich momentan noch auf meine vernünftige Rollstuhlhalterung warte, habe ich alles mögliche nur mal kurz angetestet und was soll ich sagen? Ich bin begeistert! Im Gegensatz zu den Tatsch-Kollegen mit dem Apfel, bieten die Android-Geräte meist eine vollwertige USB-Schnittstelle, die sogar vom Betriebssystem unterstützt wird. Also meine USB-HeadMouse Extreme angeschlossen und läuft. Schon im Installationsmenü erscheint einfach so ein Mauspfeil, der zwar noch etwas lahm ist, aber mit dem man problemlos alles steuern kann. Nach kurzem suchen finde ich dann auch den Menüpunkt, wo man die Mausgeschwindigkeit verstellen kann und ab da ist es wie am PC.
Für mich ist die große Welt der Streichelcomputer auch noch weitgehendes Neuland, aber Julian erklärt mir immer, wie das an Mamas Ipad funktioniert, so dass ich mich nach kurzer Zeit eingewöhnt habe. Es gibt mein Lieblingsschreibprogramm Dasher, von Ivona gibt es ein Sprachprogramm, leider zur Zeit nur mit weiblichen Stimmen, und auch sonst gibt es haufenweise nützliche und überflüssige Apps.
Viel habe ich zwar noch nicht gemacht, aber ich kann jetzt schon sagen, dass ich meinen alten Windows XP Sprachcomputer nicht wirklich vermissen werde. Der neue ist keiner, leichter, leiser, sparsamer und natürlich viel stylischer. Sobald ich die Halterung habe gibt es mehr dazu und natürlich auch Fotos.
Julian ließ gestern mal wieder seine Schildkröte Kokosnuss auf meinem Arm spazieren gehen.
Die Kröte genoss sichtlich ihre Freiheit und inspizierte ausgiebig meinen Arm. In einem kleinen Moment der Unaufmerksamkeit passierte dann das, was passieren musste.
Naja, vielleicht hätten wir es auch verhindern können, aber auf jeden Fall sind wir jetzt um zwei Erkenntnisse reicher:
Schildkrötenpipi ist kalt und hilft, zumindest äußerlich angewendet, nicht gegen ALS.
Inzwischen ist es, man mag es kaum glauben, schon zwei Jahre her, dass ich mit dieser Website gestartet bin. Damals habe ich noch vollmundig einen Videoblog angekündigt und mir extra eine kleine Videokamera mit Rollstuhlhalterung angeschaft. Doch leider hat mich die Realität schneller eingeholt, als es mir lieb war. Die Kamera zu bedienen wurde immer schwieriger und ist seit über einem Jahr überhaupt nicht mehr möglich. So kam es dann, dass ich nur noch verbal meinen Alltag beschreiben kann. Seit dann im letzten Jahr ziemlich überraschend die Trachealkaüle in mein Leben trat, kann man den Eindruck bekommen, dass sich der Videoblog mehr und mehr zu einem Pflegehasser-Blog verwandelt. Dieser Eindruck mag sicherlich stimmen, wofür es aber auch zwei gute Gründe gibt. Zum einen bin ich seit der TK-Einlage komplett 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche auf Pflegekräfte angewiesen, ich bin also nie allein, habe keine Privatsphäre mehr, mit anderen Worten, die Pflege ist mein Alltag geworden.
Was mich dann zu Punkt zwei führt. Ich bin erstaunt und zugleich entsetzt, wie weit Spreu und Weizen bei den Pflegekräften auseinander liegen. Da gibt es die einen, die sich buchstäblich den Arsch aufreissen, um einen guten Job zu machen. Diese Leute schaffen es wirklich gute Arbeit zu leisten, mir das Leben und den Alltag ein wenig einfacher zu gestalten. Das Problem ist nur, je besser die Arbeit ist, um so weniger kann ich darüber schreiben. Wer will schon lesen, dass Pflegerin XY mich mal wieder hervorragend geduscht hat? Die Tagesschau würde sich doch auch niemand ansehen, wenn die sagen würden “Heute ist mal nichts passiert.”
Aber zum Glück gibt es ja Kolleginnen wie Gisbert Geier, die selbstgefällig und arrogant auftreten, meinen alles zu wissen, über jede Kritik erhaben sind und anfangen zu heulen, wenn sie komischerweise keiner lieb hat. Über solche Leute schreibe ich natürlich gerne und die vielen positiven Zuschriften bestätigen leider, dass es nicht nur bei mir so ist. Und ich schreibe noch nicht mal einen Bruchteil dessen, was sich hier an manchen Tagen ereignet, wir sind schon von Pflegekräften beschimpft und bedroht worden, es gab Personen die, wenn sie überhaupt zum Dienst erschienen sind entweder betrunken, oder sonstwie berauscht waren, dann war da noch einer, der am Tag vor seinem ersten Dienst per SMS gekündigt hat. Dass mir die Trachealkaüle öfters versehentlich zugehalten wird, daran habe ich mich schon gewöhnt, aber dass dies absichtlich geschieht war auch für mich eine neue Erfahrung.
Ich könnte die Liste noch beliebig erweitern, aber das mache ich lieber, wenn mal wieder aktuell was passiert und das wird es, da könnt Ihr Euch drauf verlassen…..
Jetzt ist das passiert, was nicht passieren sollte. Ich war mit einer Pflegekraft alleine zu Hause, sie geht raus zur Rauchen und….. vergisst den Schlüssel. Tja, da sitze ich nun hinter einer einbruchhemmenden Haustür mit ziemlich sicherem Sicherheitsschloss, die Fenster 3fach verglast mit Pilzzapfenverriegelung und fühle mich plötzlich ziemlich alleine.
Der erste Gedanke ist Ach du Sch….. PANIK. Natürlich hatte sie auch ihr Handy nicht dabei. Also erstmal cool bleiben. Zum Computer gefahren und Notruf-SMS an Sandra geschickt. Die Pflegerin hat sich inzwischen Stift und Zettel von den Nachbarn besorgt, dann durch die Fenster verschiedene Telefonnummern gestikuliert und von den Nachbarn telefoniert. Nach 35 Minuten war Schwiegermama mit dem Schlüssel da. In der Zeit habe ich aber Blut und Wasser geschwitzt, dass ich nicht abgesaugt werden muss.
Aber es ist nochmal gut gegangen.
Wer meine Artikel schon eine Weile verfolgt, hat sicherlich bereits festgestellt, dass ich mich des öfteren über die “Dummheit” einiger Pflegekräfte lustig gemacht habe. Vor ein paar Tagen verblüfte mich jedoch eine Pflegerin mit messerscharfer Logik. Natürlich will ich Euch dieses seltene Ereignis nicht vorenthalten
Ausgangssituation war die Wahl meiner Fußbekleidung nach dem Duschen:
” Möchten sie ihre Kompressionsstrümpfe anziehen”
Kopfschütteln
“Möchten sie normale Socken anziehen?”
Kopfschütteln
“Aber….. aber dann haben sie ja nackte Füße!”
(Macht Sinn, wenn in zehn Minuten die Fusspflege ansteht)
Mein Weltbild war erschüttert, sollte es tatsächlich intelligentes Leben auf diesem Planeten geben? Zum Glück hat wenige Tage später ein Kollege das Bild wieder gerade gerückt.
Ausgangssituation war, dass ich durch Gesten geäußert habe, dass etwas nicht stimmt. Nun folgte die übliche Fragerunde, um die Position des Problems zu bestimmen:
“Ist es am Kopf?”
Kopfschütteln
“Ist es am Oberkörper?”
Zustimmung
“Also an den Beinen!”
Und ich habe mich schon die ganze Zeit gefragt, warum den Typ so komisch läuft…
Trotz Allem wünsche ich einen guten Rutsch und ein schönes Jahr 2012
Heute ist nach mehreren Problemen und Verzögerungen endlich unsere Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen. Das bedeutet, dass mein Rollstuhl, zumindest in der Theorie, ab sofort mit Ökostrom fährt.
Endlich muss ich kein schlechtes Gewissen mehr haben
Ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern ein schönes Weihnachtsfest.
Macht das Beste draus!






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